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Augenbraue: Was sie ist, wie sie aufgebaut ist und was sie kann

Stand: November 2026 · 8 Min. Lesezeit · So arbeiten wir

Inhalt dieser Seite
  1. Definition: Was ist eine Augenbraue?
  2. Woher das Wort Braue kommt
  3. Aufbau der Augenbraue
  4. Wofür hat der Mensch Augenbrauen?
  5. Was gesichert ist und was nicht
  6. Die Augenbraue im Laufe des Lebens
  7. Augenbrauen in Kultur und Sprache
  8. Formen und individuelle Unterschiede
  9. Wenn sich die Augenbraue verändert
  10. Pflege und Gestaltung in Kürze
  11. Häufige Fragen

Kurz gesagt

Die Augenbraue ist der behaarte Bogen über dem Auge, in der Fachsprache Supercilium genannt. Sie liegt auf dem oberen Rand der Augenhöhle, wird von Stirn- und Gesichtsmuskeln bewegt und besteht aus kurzen, kräftigen Terminalhaaren. Ihre Aufgaben: Feuchtigkeit vom Auge ablenken, Gefühle sichtbar machen und ein Gesicht unverwechselbar halten.

Kaum ein Teil des Gesichts ist so klein und zugleich so ausdrucksstark. Diese Seite ist der Einstieg: Sie klärt die Grundbegriffe und führt dich zu den Beiträgen, die jeden Teilaspekt ausführlich behandeln. Am Ende weißt du auch, welche oft zitierten Zahlen wackeliger sind, als sie klingen.

Definition: Was ist eine Augenbraue?

Das Wörterbuch DWDS beschreibt die Augenbraue als behaarten Bogen oberhalb des Auges, fachsprachlich Supercilium. Das Wort ist laut Duden ein Femininum: die Augenbraue, Plural die Augenbrauen. Getrennt wird Au|gen|braue.

Biologisch gesehen besteht sie aus drei Schichten, die zusammenarbeiten:

  • Haut mit Haarfollikeln: Die Haare wachsen schräg aus der Haut und bilden den sichtbaren Bogen.
  • Muskeln darunter: Sie ziehen die Braue nach oben, unten und zur Mitte.
  • Knochen als Unterlage: Der Stirnbein-Rand über der Augenhöhle trägt die Braue und formt ihren Verlauf mit.

Die Haare sind also das, was du siehst. Die Beweglichkeit steckt darunter. Eine rasierte Braue kann sich deshalb weiter genauso heben und senken, sie fällt nur weniger auf.

Woher das Wort Braue kommt

Die Geschichte des Wortes ist überraschend. Laut dem Etymologischen Wörterbuch von Wolfgang Pfeifer (im DWDS) geht es auf althochdeutsch brāwa zurück, belegt seit dem 8. Jahrhundert. Mittelhochdeutsch brā konnte „Augenlid“, „Wimpernreihe“ oder „Augenbraue“ bedeuten. Vermutlich steckt darin die Vorstellung von etwas, das sich rasch bewegt. Auch das zusammengesetzte Wort Augenbraue trug bis ins 16. Jahrhundert alle drei Bedeutungen, erst danach blieb nur der Haarbogen übrig.

Mehr zu Schreibweise, Plural und Übersetzungen findest du unter Augenbraue auf Englisch, die Fachwörter im Glossar der Brauen-Begriffe.

Aufbau der Augenbraue

Eine Braue lässt sich in drei Abschnitte gliedern. Diese Einteilung stammt aus Kosmetik und plastischer Chirurgie und ist praktisch, denn jeder Abschnitt verhält sich anders.

AbschnittLageTypischer HaarverlaufWas dort oft auffällt
Kopfzur Nase hineher aufrechtmitbewegt beim Stirnrunzeln
KörperMitte bis Bogenschräg nach außendichtester Bereich
Schwanzzur Schläfe hinflach nach außendünnt mit dem Alter gern aus
Die drei Abschnitte einer Augenbraue: Kopf, Bogen und Schwanz im Verhältnis zu Nase und Auge
Die drei Abschnitte einer Augenbraue: Kopf, Bogen und Schwanz im Verhältnis zu Nase und Auge

Wie sich die Haare im Einzelnen zusammensetzen, wie lange sie wachsen und warum sie kurz bleiben, steht unter Aufbau und Wachstum der Brauenhaare.

Muskeln und Nerven

Der wichtigste Heber ist der Stirnmuskel (M. frontalis). Gegenspieler sind der Augenbrauenrunzler (M. corrugator supercilii), der die Brauen zur Mitte und nach unten zieht, sowie weitere Muskeln rund um Nasenwurzel und Auge. Gesteuert werden sie vom Gesichtsnerv. Das Gefühl in der Haut läuft dagegen über einen Ast des Trigeminusnervs. Diese Trennung erklärt, warum eine Braue taub sein kann und sich trotzdem normal bewegt. Die vollständige Übersicht liefert die Anatomie der Augenbraue.

Wofür hat der Mensch Augenbrauen?

Über Jahrzehnte hieß die Standardantwort: Schweißschutz. Das stimmt weiterhin, die American Academy of Ophthalmology nennt das Ableiten von Schweiß und Regen ausdrücklich. Heute rücken aber zwei weitere Aufgaben in den Vordergrund:

  1. Kommunikation: Brauen machen Überraschung, Zweifel, Mitgefühl oder Ärger über Distanz erkennbar. Eine Studie von 2018 vermutet sogar, dass bewegliche Brauen in der Menschwerdung eine soziale Rolle spielten, siehe Evolution der Augenbrauen.
  2. Wiedererkennung: In einem Experiment von 2003 litt die Erkennung bekannter Gesichter ohne Brauen stärker als ohne Augen. Die Details stehen unter Augenbrauen und Gesichtserkennung.

Wie gut jede dieser Funktionen belegt ist, vergleicht der Beitrag Wofür Augenbrauen da sind. Die Sprache der Brauen im Alltag erklärt Mimik und Emotionen.

Was gesichert ist und was nicht

Rund um die Braue kursieren viele Zahlen. Nicht alle halten stand. Diese Einordnung hilft dir beim Lesen anderer Quellen:

AussageBelegstandEinordnung
Brauen leiten Feuchtigkeit abplausibel, fachlich anerkanntEinen kontrollierten Versuch haben wir nicht gefunden
Brauen helfen beim Erkennen von GesichterngutExperiment an Menschen, Befund durch spätere Arbeiten gestützt
Bewegliche Brauen förderten die menschliche EvolutionHypothesePlausibel, aber nicht direkt beweisbar
Dicke der Brauen und Monobraue haben genetische AnteilegutGenomstudie mit über 6.000 Menschen
Eine Braue hat 250 bis 500 HaareschwachOft zitiert, solide Primärmessung nicht gefunden
Die Wachstumsphase dauert wenige MonatemittelGrößenordnung plausibel, Einzelangaben widersprechen sich
Rasieren lässt Haare dicker nachwachsenfalschDer stumpfe Schnitt wirkt nur kräftiger

Die Augenbraue im Laufe des Lebens

Die Braue verändert sich über die Jahrzehnte stärker, als den meisten bewusst ist. Ein Überblick, was in welchem Alter typisch ist:

LebensphaseWas bei den Brauen häufig passiertMehr dazu
Baby und KleinkindFein, hell, oft kaum sichtbar, dazu Schuppen oder Storchenbiss möglichBrauen bei Baby und Kind
JugendHaare werden kräftiger, viele beginnen zu zupfenErstes Zupfen
Mittleres AlterErste helle Haare, die Enden werden oft dünnerBrauen ab 40
Höheres AlterHaut und Stirn sinken, einzelne Haare werden lang oder farblosBrauen ab 60

Wer die Veränderung früh einordnet, spart sich unnötige Produkte. Ein dünner werdender Schwanz gehört für viele zum Älterwerden, ein plötzlicher, fleckiger Verlust dagegen nicht. Das ist der Moment für eine ärztliche Abklärung.

Augenbrauen in Kultur und Sprache

Die Braue war nie nur Körperteil. In Altägypten, im höfischen Japan und in vielen anderen Gesellschaften sagte die Art, wie man sie trug, etwas über Stand, Trauer oder Mode aus. Das japanische Hikimayu etwa bestand darin, die Brauen zu entfernen und weiter oben neu zu malen. Einen Rundgang bietet Augenbrauen weltweit, die jüngere Mode zeigt die Geschichte der Brauenmode.

Auch der Aberglaube hat die Braue für sich entdeckt: Zusammengewachsene Brauen galten in Europa als unheimlich, an anderen Orten als schön. Das steht unter Aberglaube rund um die Augenbraue. Selbst die Sprache hält die Bewegung fest, wer „die Augenbrauen hochzieht“, zeigt Staunen oder leise Kritik. Mehr dazu unter Redewendung Augenbrauen hochziehen.

Formen und individuelle Unterschiede

Keine zwei Brauen gleichen sich, auch nicht die zwei im selben Gesicht. Leichte Unterschiede in Höhe und Verlauf sind normal, mehr dazu unter ungleiche Augenbrauen. Zu den Grundformen zählen sanft gewölbte, hoch gewölbte, gerade und s-förmige Brauen. Der Überblick steht unter Augenbrauenformen. Wenn du herausfinden willst, was zu deinem Gesicht passt, nutze den Brauenform-Finder.

Sanft gewölbte Braue: eine der häufigsten natürlichen Grundformen
Sanft gewölbte Braue: eine der häufigsten natürlichen Grundformen

Eine Genomstudie an über 6.000 Menschen aus Lateinamerika (Adhikari et al., 2016) fand Erbgut-Regionen, die mit der Brauendicke und mit der Monobraue zusammenhängen. Dass Brauen in Familien ähnlich aussehen, hat also messbare Gründe. Zusammengewachsene Brauen behandelt der Beitrag Monobraue.

Wenn sich die Augenbraue verändert

Die Braue kann auch als Anzeige dienen, denn manche Veränderungen haben medizinische Ursachen. Die wichtigsten Wege durch diese Website:

Plötzlich hängende Gesichtshälfte

Hängt eine Gesichtshälfte plötzlich, zusammen mit Sprachstörung oder Schwäche in Arm oder Bein, rufe sofort die 112 an (AT und CH: 144).

Pflege und Gestaltung in Kürze

Wer die Form verändern möchte, hat vier Wege: entfernen, färben, schminken oder dauerhaft behandeln. Eine Einstiegsempfehlung:

Bevor du dich für etwas Dauerhaftes entscheidest, lohnen sich drei Fragen:

  1. Lässt es sich rückgängig machen? Gezupfte Haare wachsen in der Regel nach, Pigmente in der Haut bleiben lange und lassen sich nur mit Aufwand entfernen.
  2. Passt die Form auch in zehn Jahren? Moden wechseln schnell, wie die aktuellen Trends zeigen.
  3. Wie reagiert deine Haut? Bei Farben ist ein Verträglichkeitstest vor der Anwendung Pflicht, gerade nach früheren Reaktionen. Mehr dazu unter Kontaktallergie an der Augenbraue.

Für die Auswahl einer Adresse hilft die Checkliste zur Studiowahl.

Häufige Fragen

Wie heißt die Augenbraue in der Fachsprache?

Der medizinische Fachausdruck lautet Supercilium, das ist das lateinische Wort für Augenbraue. Die Mehrzahl heißt Supercilia.

Heißt es Augenbraue oder Augenbraune?

Richtig ist Augenbraue, ohne n. „Augenbraune“ ist ein häufiger Schreibfehler. Der Plural lautet Augenbrauen.

Kann man ohne Augenbrauen leben?

Ja. Menschen ohne Brauen, etwa nach Haarausfall, sind körperlich gesund und sehen normal. Es fehlen vor allem ein Stück Schutz vor Schweiß und ein Teil der sichtbaren Mimik, weshalb viele Betroffene die Brauen nachzeichnen.

Haben Tiere Augenbrauen?

Echte, flächig behaarte Brauen wie beim Menschen sind eine Besonderheit. Manche Tiere tragen aber brauenähnliche Abzeichen oder bewegen die Muskeln über dem Auge. Der Mensch sticht vor allem durch die glatte Stirn hervor, auf der Brauenbewegungen gut sichtbar sind. Mehr dazu unter Tiere mit Augenbrauen.

Warum werden Augenbrauen nicht so lang wie Kopfhaare?

Weil ihre Wachstumsphase viel kürzer ist. Das Haar fällt aus, bevor es lang werden kann. Kopfhaar wächst dagegen über Jahre.

Quellen

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