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Die Augenbrauen hochziehen: Was die Redewendung bedeutet

Stand: November 2026 · 5 Min. Lesezeit · So arbeiten wir

Inhalt dieser Seite
  1. Die Bedeutung im Überblick
  2. Eine Braue oder beide?
  3. Die Körpersprache dahinter
  4. Ähnliche Redewendungen
  5. So verwendest du die Wendung richtig
  6. Auf Englisch und Latein
  7. Wenn die Bewegung nicht klappt
  8. Häufige Fragen

Kurz gesagt

Die Augenbrauen hochziehen bedeutet als Redewendung, Erstaunen, Skepsis oder Missbilligung zu zeigen, oft ohne ein Wort zu sagen. Wer „die Augenbraue hochzieht“, ist mit etwas nicht ganz einverstanden oder wundert sich darüber. In Zeitungstexten heißt „sorgt für hochgezogene Augenbrauen“: Das Ereignis löst Verwunderung oder leise Kritik aus.

Die Wendung beschreibt eine echte Körperbewegung und ist zugleich ein feststehender Ausdruck. Das macht sie besonders treffend: Sie sagt, was man im Gesicht sieht, und meint das, was man dabei denkt. Wiktionary nennt ausdrücklich beide Lesarten: Zeichen von Erstaunen oder Missbilligung.

Die Bedeutung im Überblick

Je nach Situation verschiebt sich der Sinn. Diese Nuancen sind die wichtigsten:

SituationBedeutungBeispielsatz
Überraschung„Das hätte ich nicht gedacht.“Sie zog die Augenbrauen hoch, als sie den Preis hörte.
Zweifel„Das glaube ich dir nicht ganz.“Er hob nur skeptisch eine Braue.
Missbilligung„Das finde ich daneben.“Der Vorschlag sorgte im Rat für hochgezogene Augenbrauen.
Spott„Na, wenn du meinst.“Mit gehobener Braue sah sie ihn an.
Aufforderung„Und? Sag schon.“Sie sah ihn an und zog die Brauen hoch.

Die Beispielsätze sind von uns zur Veranschaulichung formuliert. Das DWDS belegt die Wendung literarisch und journalistisch, zum Beispiel: „Die junge Dame zieht die Augenbrauen hoch, und dann lächelt sie.“ (Wiechert, 1946).

Eine Braue oder beide?

Für die Bedeutung macht das einen Unterschied.

  • Beide Brauen hoch: Wirkt offener. Das reicht von echter Überraschung bis zum Gruß.
  • Eine Braue hoch: Wirkt absichtlicher und kommentierend. Oft schwingt Ironie, Skepsis oder Überlegenheit mit.

Woran das liegt? Wahrscheinlich daran, dass das einseitige Anheben von selbst selten ist. Wer es macht, setzt es meist bewusst ein. Es ist also weniger Reflex als Kommentar. In Film und Fernsehen lebt ganze Mimik davon, siehe Augenbrauen im Film. Mr. Spock aus „Star Trek“ dürfte das bekannteste Beispiel sein. Wie du es selbst lernst, zeigt eine Augenbraue hochziehen lernen.

Die Körpersprache dahinter

Wieso passt ausgerechnet diese Bewegung zu Zweifel? Beim Hochziehen öffnen sich die Augen ein wenig und das Gesicht signalisiert: Hier stimmt etwas nicht, ich schaue genauer hin. Aus dem spontanen Staunen wurde so ein bewusst einsetzbares Signal, das auch ohne echtes Staunen funktioniert.

Die wissenschaftliche Seite der Brauensprache erklärt der Beitrag Mimik und Emotionen. Dort siehst du auch, warum die gleiche Bewegung als kurzer Gruß etwas ganz anderes bedeutet.

Ähnliche Redewendungen

WendungBedeutungUnterschied
die Stirn runzelnBedenken, Unmuternster, weniger ironisch
die Nase rümpfenAbfälliges Urteilstärker herablassend
die Augen verdrehengenervt seinoffen respektlos
mit der Wimper zuckenReaktion zeigenmeist verneint: „ohne mit der Wimper zu zucken“
große Augen machenstaunenohne Kritik, oft positiv

Die Brauen-Wendung ist also die feine, leise Form der Kritik: höflicher als das Augenverdrehen, weniger ernst als das Stirnrunzeln. Genau deshalb steht sie so häufig in Berichten über Politik und Wirtschaft. Sie sagt: Niemand protestiert laut, aber man hat es bemerkt.

So verwendest du die Wendung richtig

Die Grammatik ist unkompliziert, trotzdem gibt es Stolpersteine:

  • Korrekt sind „die Augenbrauen hochziehen“ und „die Braue heben“.
  • Du kannst sagen „er zog eine Augenbraue hoch“, im Singular mit „eine“.
  • Das Partizip heißt „hochgezogen“. Getrennt: „Sie zieht die Brauen hoch.“
  • Im Passiv klingt es steif. Besser ist: „Das sorgte für hochgezogene Augenbrauen.“

Im Bewerbungsgespräch oder Geschäftsbrief passt die Wendung gut, wenn sie Kritik abmildern soll. „Der Vorschlag dürfte für hochgezogene Augenbrauen sorgen“ klingt diplomatischer als „Der Vorschlag ist schlecht.“

Auf Englisch und Latein

Das Englische kennt das gleiche Bild: to raise an eyebrow (Skepsis zeigen) und to raise eyebrows (Aufsehen erregen). Weitere Übersetzungen stehen unter Augenbraue auf Englisch.

Die Verbindung von Braue und Hochmut ist alt. Das lateinische supercilium heißt Augenbraue und konnte im übertragenen Sinn auch Stolz und Hochmut meinen. Daraus stammt das englische Wort supercilious, herablassend. Wer die Braue hebt, schaut also im Sprachbild schon seit der Antike von oben herab. Weitere Fachwörter stehen im Glossar der Brauen-Begriffe.

Wenn die Bewegung nicht klappt

Viele können nur beide Brauen gemeinsam heben, das ist normal und kein Befund. Anders ist es, wenn eine Braue sich plötzlich gar nicht mehr hebt. Das kann auf den Stirnast des Gesichtsnervs hindeuten und sollte ärztlich geprüft werden, siehe Augenbraue lässt sich nicht hochziehen. Bei plötzlicher Gesichtslähmung gilt: Notruf 112 (AT und CH: 144).

Häufige Fragen

Was bedeutet es, wenn jemand eine Augenbraue hochzieht?

Meist Zweifel, Ironie oder leichte Kritik. Die Person lässt dich wissen, dass sie etwas ungewöhnlich findet. Im Flirt kann es auch spielerisch gemeint sein, der Kontext entscheidet.

Ist „Augenbrauen hochziehen“ negativ?

Nicht zwingend. Es reicht von neutralem Staunen bis zu kritischer Missbilligung. In Medientexten ist es meist leise kritisch gemeint.

Woher kommt die Redewendung?

Sie leitet sich direkt von der Mimik ab. Einen einzelnen Ursprung, etwa eine bestimmte Quelle oder ein bestimmtes Datum, gibt es nicht. Das Wörterbuch belegt die Wendung mit Texten des 20. Jahrhunderts.

Was ist das englische Pendant?

To raise an eyebrow oder to raise eyebrows. Das bedeutet: Skepsis zeigen oder Verwunderung und Kritik auslösen.

Quellen

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